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Brief des Chefredakteurs
Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Regierungskrise
Krisen, wohin
man nur schaut. Während ich diese Zeilen zu Papier bringe, werden in Bayern an die 5 000 Hausarztpraxen für zwei Tage geschlossen bleiben. Ich bin mal gespannt, wann wir das Wort Hausarztkrise in der öffentlichen Diskussion haben werden.
Aktuell
Die Wogen schlagen regelmäßig hoch, wenn über neue Aufgaben für weitergebildete Arzthelferinnen diskutiert wird. Manche halten ihren Einsatz für unnötig, andere für unbezahlbar oder für einen Angriff gegen Geldbeutel und Können der Allgemeinmediziner. Nach einem Tag an der Seite von Karin Hilker, der ersten VERAH in Bremen, können viele Vorurteile ausgeräumt werden.
Ulla Schmidt (SPD) ist weg, aber ihr zentralistischer Einheitskurs ist geblieben vor allem in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Der KBV-Vorsitzende Dr. Andreas Köhler versucht seit Langem, die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen zu beschneiden und seiner Zentralmacht unterzuordnen. Bestes Beispiel ist der Köhlersche Honorarmurks unter dem Etikett Reform, vollzogen vom Zentralorgan Einheitlicher Bewertungsausschuss.
Diesmal denkt unser Insider in Berlin darüber nach, wie eine Finanzierung des Gesundheitssystems aussehen müsste, damit sie auch tatsächlich nachhaltig ist. Worin die Chuzpe des neuen
BMG-Entwurfs zur Finanzreform liegt und warum der Verwaltungskostendeckel der Tod jedes Versorgungs- wettbewerbs ist ... Verursachen Sartane Krebs? Die FDA untersucht diesen angeblichen Zusammenhang, die Europäische Arzneimittelbehörde ebenfalls. Anlass ist eine Mitte Juni online im Lancet Oncology veröffentlichte Metaanalyse, nach der Sartane mit diesem Risiko assoziiert seien. Mehrere Bluthochdruck-Forscher halten die Analyse von Dr. Ilke Sipahi (Cleveland, Ohio) jedoch für methodisch völlig unzureichend.
Mitunter wollen alteingesessene Praxisinhaber jungen Kollegen die Chance geben, sich an der Gesellschaft zu beteiligen, die Kapitalbeteiligung allerdings noch etwas hinausschieben. Manchmal muss aus der Not heraus ein neuer Gesellschafter installiert werden, der rechtlich betrachtet aber keiner ist.
Sprechstunde
![]() "Ich habe ein Herz für Raucher, weil sie natürlich die Freiheit haben, und ich meine die Freiheit haben müssen, sich zu schaden." Jürgen Windeler Der designierte Leiter des IQWiG zum Thema Soli- darität im Gesundheits- system und ob ein gesund- heitsgefähr- dendes Verhalten Konsequenzen für die Ver- sorgung haben sollte. (Bild: IQWiG) ![]() "Jetzt wird mit dem Rasen- mäher ein bisschen über alle Bereiche gegangen nein, nicht über alle: nicht über die Apotheker." Birgitt Bender Die Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen für Gesundheit zum Thema Kostendämpfung in der Gesund- heitspolitik. (Bild: www.gruene-bundestag.de) ![]() "Das ist kein Sozialausgleich, sondern ein Verteilen von Almosen mit der Gießkanne. Das ist nicht mehr, sondern weniger Solidarität." Elke Ferner Die stellver- tretende Vorsitzende der SPD-Fraktion über die Folgen der Gesund- heitsreform. (Bild: www.spdfrak- tion.de) ![]() "Es ist an der Zeit, Cannabis aus der Schmuddelecke zu holen." Gerhard Müller-Schwefe Der Göppinger Schmerzmediziner befürwortet die geplante Zu- lassung Can- nabishaltiger Medikamente für Schwer- kranke. (Bild: Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e. V. ) |
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